Versorgungsbilanzen

Die von der BLE erstellten Versorgungsbilanzen dienen der Darstellung von Aufkommen und Verwendung der landwirtschaftlichen Produktion. Neben Daten zu Erzeugung und Verbrauch fließen auch Handelsdaten aus Einfuhr und Ausfuhr mit ein. Zur Berechnung der Versorgungsbilanzen werden die Ergebnisse der amtlichen Agrarstatistik, der Ernteberichterstattung, der Außenhandelsstatistik, der Meldungen über Marktordnungswaren sowie der Bevölkerungsstatistik und weitere Datenquellen herangezogen. Versorgungsbilanzen für pflanzliche Produkte basieren auf dem Wirtschaftsjahr (bei Land- und Forstwirten der Zeitraum vom 1. Juli bis zum 30. Juni.), für tierische Produkte wird das Kalenderjahr zugrunde gelegt.

Zwei wesentliche Kennzahlen in den Versorgungsbilanzen sind Verbrauch und Selbstversorgungsgrad. Der Verbrauch gibt an, welche Menge eines Produktes dem Markt theoretisch zur Verfügung steht. Beim Nahrungsmittelverbrauch ist es die theoretisch für den menschlichen Verzehr zur Verfügung stehende Menge, nicht aber die tatsächlich verzehrte Menge. Der Verbrauch eines Produktes berechnet sich aus der Nettoerzeugung zuzüglich der Importe, abzüglich der Exporte und berücksichtigt auch Bestandsänderungen bei Verarbeitern und Lagerhaltern.

Der Selbstversorgungsgrad stellt dar, in welchem Umfang die Inlandserzeugung an landwirtschaftlichen Rohstoffen den inländischen Gesamtverbrauch decken kann. Ein Selbstversorgungsgrad von 100 Prozent und mehr bedeutet, dass ein Land seinen Bedarf allein durch die eigene Erzeugung decken kann und grundsätzlich nicht auf Importe angewiesen ist.