Hülsenfrüchte Umwelt und Klima

Hülsenfrüchte sind wahre Alleskönner. Sie lockern den Boden tiefgründig und tragen dank ihrer starken Bewurzelung zur Humusanreicherung bei.

Außerdem binden die Knöllchenbakterien an den Wurzeln den Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze selbst, aber auch für nachfolgende Anbaukulturen verfügbar. Durch den Anbau von Hülsenfrüchten kann folglich der Verbrauch an Stickstoffdüngemitteln und die Emission von Treibhausgasen in der Landwirtschaft verringert werden.

Lange Zeit fristeten Hülsenfrüchte hierzulande eher ein Nischendasein. Seit einigen Jahren nimmt deren Anbau aber zu. In der ackerbaulichen Nutzung zeigen sich die Folgen des „Greenings“, einem zentralen Element der Agrarreform 2014. Konventionell wirtschaftende Betriebe mit mehr als 15 Hektar Ackerfläche erhalten beispielsweise eine Förderung, wenn sie fünf Prozent ihrer Ackerfläche als sogenannte „ökologische Vorrangflächen“ bewirtschaften. Auf den Pflichtumfang kann die Stilllegung von Flächen oder z. B. auch der Anbau von Hülsenfrüchten angerechnet werden.

Die wichtigsten Hülsenfrüchte (Leguminosen) sind in der deutschen Landwirtschaft Erbsen, Ackerbohnen, Sojabohnen und Lupinen. Die Anbauflächen und Erntemengen von Hülsenfrüchten in Deutschland sind in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen.

Die Erntemenge von Erbsen hat sich im Zehn-Jahres-Vergleich mehr als verdoppelt. Ebenso ist die Anbaufläche von Erbsen im Vergleich zu 2013 deutlich gestiegen und lag 2022 - nach vorläufigen Zahlen - bei 106.600 Hektar. Bei Ackerbohnen hat sich die Erntemenge im Vergleich zu 2013 sogar mehr als vervierfacht. Sie betrug 2022 rund 246.000 Tonnen. Des Weiteren wurden 2022 auf 31.700 Hektar rund 56.000 Tonnen Süßlupinen geerntet, nahezu eine Verdopplung von Erntemenge und Anbaufläche seit 2013. Auch der Sojaanbau erfreut sich wachsender Beliebtheit. Die Anbaufläche war 2022 mit 51.400 Hektar über dreimal so hoch wie noch vor sechs Jahren.